5 Gründe warum der Gutenberg Editor noch nichts taugt

5 Gründe warum der Gutenberg Editor noch nichts taugt

Jetzt habe ich zum ersten mal mit dem neuen Gutenberg-Editor, den WordPress seit der Version 5.0 als Standard-Editor mit ausliefert, einen Betrag mit Bildern erstellen sollen.

Eins vorab: Vom Handling her ist der Gutenberg-Editor in meinen Augen großartig gelungen. Wer bereits mit anderen modernen Content-Management-Systemen (TYPO3, FirstSpirit, …) gearbeitet hat, kennt das Prinzip der „Blöcke“, wie die einzelnen Elemente bei WordPress heißen, bereits und findet sich eigentlich sofort zurecht.

Schick finde ich auch, dass man bei einigen Block-Typen den Block-Typ sogar wechseln kann. Andere Blöcke finde ich jedoch noch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit… 😉

Was aber meines Erachtens noch gewaltig verbessert werden muss, bevor ich denke, dass ich damit wirklich arbeiten werde, ist der Umgang mit Bildern.

Mangelhaftes Handling von Bildern für’s Frontend

Nochmal, vom Backend her nur wenig zu bemängeln. Und doch

1. Keine Bildgrößen Standardisierung

Bilder kann man im Backend beliebig resizen. Was zunächst sehr gut ankommt, entpuppt sich spätestens dann, wenn man mehrere Bilder verwenden möchte, die die gleichen Abmessungen haben sollten, als sehr problematisch: Es gibt keine Möglichkeit einem Bild eine Standard-Abmessung (wie z.B. 150px Breite) zuzuordnen. Das Resizing geschieht nur auf „Schiebereglerbasis“, was es dann unheimlich fummelig bis unmöglich macht alle Bilder gleich groß zu gestalten.

2. Alle Bilder werden immer in Original-Größe ausgeliefert

Selbst wenn man Bilder auf „Thumbnail“-Größe verkleinert hat, so wird das Bild dennoch in seiner Original-Größe ausgeliefert. Das führt dazu, dass die Seiten, die viele Thumbnails beinhalten unnötig groß werden (was das herunterzuladende Datenvolumen angeht). Das Image-Size-Problem ist dem Gutenberg-Team auch bereits seit mind. 9 Monaten bekannt.

Dies belastet zum einen – gerade für Smartphone-Nutzer relevant – das Download-Daten-Volumen, und die Download-Zeit der Seite (relevant für alle Nutzer mit geringer Bandbreite) und somit die gesamte Nutzer-Erfahrung.

Und zum anderen – vor allem aus oben genannten Gründen – ist dies auch sehr schädlich für SEO. Die Suchmaschinen (insbesondere Google) betrachten die Mobilfreundlichkeit einer Webseite inzwischen als ein signifikantes Ranking-Kriterium. Bisher galt WordPress – insbesondere in Verbindung mit einem SEO-Plugin wie z.B. dem von YOAST – als recht SEO-freundlich. Mit der derzeitigen Lösung dürfte das Image gehörigen Schaden nehmen 🙁

3. Keinerlei Einflussnahme auf die Darstellung von Galerien möglich

Zuerst dachte ich „Oh, cool, so einfach eine Gallerie einzubinden“, aber als ich dann in der Vorschau sah, dass die Gallerie mit 3 Bildern, die im Backend noch nebeneinander dargestellt wurden (grad so, wie ich es mir gewünscht hatte), im Frontend dann plötzlich als 2 Bilder nebeneinander und das 3. Bild in voller Breite darunter dargestellt wurde. War ich etwas enttäuscht, ob der offensichtlichen Differenz zwischen der Backend-Darstellung und der Frontend-Darstellung.

Aber als ich dann feststellen musste, dass ich das Aussehen der Gallerie in keinster Weise beinflussen kann… war ich schon mehr als enttäuscht, und musste dann doch mit dem Classic Editor Plugin wieder auf den herkömmlichen Editor wechseln.

Hier 3 Bilder vom Experiment (Vielen Dank an mundi-roth.de für die Bilder und Screenshots):

4. Der Gutenberg Editors ignoriert Umlaute bei der Permalinkgenerierung

Einen weiteren Punkt habe ich noch entdeckt: Das Generieren der Permalinks ignoriert jetzt wieder die deutschen „Umlautregeln“, d.h. die Ersetzung der deutschen Umlaute ä, ö und ü erfolgt nun wieder (wer sich zurückerinnern kann: das war schon mal lange Zeit ein Problem) durch a, o und u – anstelle der erwarteten (und auch im Classic-Editor so realisierten) Ersetzung durch ae, oe und ue.

Dies stellt definitiv auch eine Verschlechterung dar. – Natürlich kann man das manuell korrigieren, aber lästig und fehleranfällig ist es allemal.

5. Links lassen sich immer noch nicht als nofollow kennzeichnen

Einen (externen) Link als nofollow zu kennzeichnen zu können gehört m.E. ebenfalls zu den Must-Haves eines jeden CMS-Editors – derzeit ist dies (wie auch im Classic-Editor) nur durch direktes manuelles Bearbeiten des HTML-Codes möglich – ansonsten können keine (Affiliate-)Links oder andere kommerzielle Links mehr Google-konform gesetzt werden. Hier hatte ich mir auch mehr Komfort versprochen.

Fazit

Der Gutenberg-Editor ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung – nur leider war es m.E. mehr als verfrüht ihn im derzeitigen Zustand bereits als alleinigen Standard-Editor auszuliefern.

Was haltet Ihr vom Gutenberg-Editor – setzt Ihr ihn bereits bedingungslos ein? Wenn ja, wie geht Ihr mit den Bilder-Themen um? Oder ignoriert Ihr sie? Oder welche weiteren Unzulänglichkeiten halten Euch vom Einsatz des Gutenberg-Editors ab?

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